Comfort Zone to go
„Wie würde es sich anfühlen, in Sicherheit und im Warmen zu sein? Mit starken, aber sanften Armen. Eng angekuschelt, verbunden durch Tränen und Lachen. Frei, teilzuhaben, sich mitzuteilen, zu bleiben, zu gehen…“ (Deb Dana).
COMFORT ZONE TO GO ist eigentlich eine Werbung für Daunenjacken. Sie ist mir als Metapher beim Blättern in einer Zeitschrift ins Auge gesprungen.
Herrlich kuschelig, wie eine Daunenjacke ist auch unsere eigene Komfortzone! Sie ist spürbar, wenn wir die Menschen um uns haben, die uns angenehm vertraut sind, wenn wir das machen, was wir gerne machen oder wenn wir an einem für uns geborgenen Ort sind, kurzum:
Wenn wir uns sicher und verbunden fühlen mit anderen Menschen, sind wir in unserer Wohlfühl-Komfortzone. In Worten der Polyvagaltheorie von Steven W. Porges ist in diesen Momenten unser System Soziale Verbundenheit aktiv. Für unser autonomes Nervensystem (ANS) bedeutet dies, heilsame Regulation auf somato-psychischer Ebene, die für uns als „Säugetier Mensch“ lebensnotwendig ist. Sie bringt die Möglichkeit der Entstehung von Verbundenheit, Neugier und Veränderung mit sich.
Wäre es denn nicht wunderbar, wenn wir diese emotionale Komfortzone immer mit uns hätten? Dann könnten wir in Sekundenschnelle eintreten, ähnlich wie man eine Daunenjacke überziehen kann, wenn einem kalt ist. Wir könnten dann im Laufe unseres Lebens mit herausfordernden, neuen, stressigen Situationen immer besser umgehen, denn unser ANS ist lernfähig.
Tja, die COMFORT ZONE TO GO gibt es leider nicht einfach so zu kaufen, wie eine Daunenjacke. Wir können unsere metaphorische Daunenjacke aber auch nicht zu Hause vergessen. Wir haben uns immer dabei!
Wie groß diese emotionale Komfortzone ist, hängt zu einem großen Teil von unserer Fähigkeit der Selbstregulation ab. Also davon, wie gut wir mit Über- oder Unterstimulation umgehen können. Schaffen wir es nicht, uns bei Überstimulation zu regulieren, läuft unsere Stressreaktion und die Hormonproduktion auf Hochtouren. Unser Körper reagiert dann mit Flucht- oder Kampfimpulsen, vielleicht sogar mit Erstarrung.
Damit wir sie TO GO- mit uns haben, müssen wir uns mit den Reaktionen unseres autonomen Nervensystems vertraut machen, sie fühlen, sie spüren, sie lernen wertzuschätzen, sie kommunizieren und sinnvoll danach handeln, um uns selber darin sicher navigieren zu lernen. Sie ist tatsächlich homemade, durch frühere Erfahrungen geprägt und auch veränderbar!
Es geht dabei nicht darum, sein Leben ausschließlich in einer angenehmen, stressfreien Zone zu verbringen. Wäre ja auf Dauer auch etwas zu langweilig oder? Es geht vielmehr um ein Pendeln oder Schwingen aus der Komfortzone raus und wieder rein. So werden wir durch das mehrmals tägliche, immer bewusstere „An- und Ausziehen der Daunenjacke“, Deb Dana nennt dies „small and often practice“ resilienter.
Wann brauche ich Stimulation, Mobilisierung und wann brauche ich Ruhe? Was hilft mir dabei? Wann brauche ich andere liebevolle Menschen um mich, ein Lächeln, Berührung und Gemeinschaft (Coregulation)? Wann will ich lieber alleine sein, z.B. in der Natur?
Der erste Schritt zur COMFORT ZONE TO GO besteht darin, erstmal einen klar spürbaren Bezug zum eigenen Körper aufzubauen. Also fangen wir doch beim Körper als unserem „Körperzuhause“ an. Ihn wahrzunehmen in einer vertrauensvollen, wertschätzenden Art und Weise, alleine und mit anderen Menschen wäre der Anfang und der Weg, sich mit der inneren Landschaft des eigenen ANS vertraut zu machen.
#Episode 1
Eine einfache 5- Minuten Übung für die „Comfort Zone to go“, für Aufrichtung, Raum und frische Energie
1) Streife deinen ganzen Körper mit deinen Händen ab.
2) Auch über den Rücken und die Nieren. Reibe den Nierenbereich eine Weile und lass dich dabei etwas tiefer atmen, verlängere gerne dabei deine Ausatmung.
3) Schiebe dann aus deinem Zentrum (Becken-Bauchnabelbereich) heraus, durch deine Beine bis in die Füße nach unten. Nimm die Kraft nach unten und die Kraft nach oben in die Aufrichtung wahr. Spüre wie durch diesen Push nach unten, deine Wirbelsäule sich aufrichtet, auch dein Kopf.
4) Schiebe deine Hände zu den Seiten hin nach außen, sanft oder kraftvoll. Schaffe dir dadurch Raum zu den Seiten und Raum für deine Atmung zu den Seiten.
5) Wenn du möchtest: Schiebe immer wieder aus deiner Mitte kommend, deine Hände auch nach vorne und nach hinten raus. Schaffe dir Raum, vor dir und hinter dir und Raum für deine Atmung nach vorne und nach hinten.
6) Komm zur Mitte zurück und lasse deine kleinen Finger auswärtsdrehen und deine Handflächen nach oben schieben. Wachse nach oben. Schaffe dir Raum nach oben und Raum für deine Atmung nach oben.
7) Sammle Atem und frische Energie dabei. Komme immer wieder zu deiner Mitte zurück, die Ausatmung unterstützt dies.
8) Lege für einen Moment deine Hand auf dein Herz und die andere auf deinen Bauch und schau dich um, um etwas Schönes zu finden. Lass das Schöne durch Deine Augen zu dir rein. Spüre die Resonanz in deinem Inneren. Genieße dein Tun.
Zum Mitmachen, habe ich dir ein kurzes Video gemacht … klick einfach rein!